Was dahintersteckt – und was nicht
Seit April 2025 beschäftigen sich die Gemeinden Hunderdorf, Neukirchen und Windberg mit der kommunalen Wärmeplanung. Das Thema wirkt technisch, betrifft aber jeden Haushalt: Es geht um die Frage, wie Gebäude künftig beheizt werden – bezahlbar, verlässlich, klimaverträglich. Die Gemeinde lässt hierfür eine Umsetzungsstrategie unter Berücksichtigung aller lokalen Begebenheiten erstellen. Beauftragt wurde das Regensburger Ingenieurbüro Luxgreen Climadesign GmbH. Die Kosten werden zu 90 % über die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert.
Was wird in den nächsten Monaten konkret passieren?
Zunächst wird die aktuelle Situation analysiert:
– Wie hoch ist der Wärmebedarf in der Gemeinde?
– Welche Heizsysteme sind im Einsatz – und mit welchen Energieträgern?
– Gibt es Bereiche mit hoher Dichte an Öl- oder Gasheizungen?
– Wo sind größere Energieverbraucher, etwa Betriebe oder öffentliche Gebäude?
Dafür werden Daten gesammelt. Ein Teil davon liegt bereits vor (z.B. aus Kehrbüchern oder dem Bauamt), andere Informationen werden über die Beteiligung der Energieversorger und eine Bürgerumfrage ergänzt. Ziel ist ein realistisches Bild der bestehenden Versorgung zu erhalten.
Anschließend folgt die sogenannte Potenzialanalyse:
– Wo gibt es technische Möglichkeiten für Wärmenetze?
– Welche erneuerbaren Energiequellen sind verfügbar (z.B. Solarthermie, Abwärme, Biomasse)?
– Wo könnten Sanierungen besonders viel einsparen?
Dabei entstehen sogenannte Eignungsgebiete – also Zonen, in denen ein Wärmenetz wirtschaftlich denkbar wäre. Sie sind Hinweise, keine Beschlüsse.
Was bedeutet das für Hausbesitzer?
Kurz: Wer nichts ändern möchte, muss nichts ändern.
Die Wärmeplanung verpflichtet niemanden zum Heizungstausch oder zum Anschluss an ein Wärmenetz.
Aber: Ab 1. Juli 2028 gelten neue Regeln für neue Heizungsanlagen. Laut Gebäudeenergiegesetz müssen diese mindestens zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das ist unabhängig von der Wärmeplanung. Zu beachten ist, dass ab 2027 ein erheblicher Anstieg der Kosten für fossile Energie, aufgrund des Handels von CO2 über den Europäischen Emissionshandel, zu erwarten ist.
Die kommunale Planung bietet Orientierung: Welche Optionen bestehen vor Ort? Gibt es Wärmenetze? Wie sieht es mit Einzelversorgung auf Basis erneuerbarer Energien aus?
Die meisten werden Entscheidungen erst dann treffen, wenn die bestehende Heizung ersetzt werden muss. Dann hilft der Wärmeplan mit fundierten, lokalen Informationen.
Beteiligung ist sinnvoll – nicht verpflichtend
Damit die Planer die Situation korrekt einschätzen können, ist die Beteiligung aus der Bevölkerung hilfreich. Die Gemeinde hate eine Umfrage gestartet. Dabei geht es z.B. um die Art der Heizung, das Baujahr des Gebäudes, eventuelle Sanierungen. Wer mitmacht, verbessert die Datenlage. Wer nicht mitmacht, verpasst nichts – auch seine Heizung bleibt, wie sie ist.
Im Herbst 2025 ist eine Informationsveranstaltung geplant. Dort wird die Gemeinde den Zwischenstand vorstellen, Fragen beantworten und erklären, was der Wärmeplan für verschiedene Wohnlagen bedeutet. Die Entscheidung, ob jemand auf neue Technik umsteigt oder bei seiner Lösung bleibt, liegt in jedem Fall weiterhin beim Eigentümer.
Über den nachfolgenden Link gelangen Sie zur Umfrage:
https://forms.office.com/e/cm3aMVCwQc